Christophorus 11 Wasserberge - Übung

 

 

 

Drei Tonnen schwer ist der ÖAMTC-Rettungshubschrauber Christophorus 11, stationiert am Klagenfurter Flughafen. Keine fünf Minuten brauchen Pilot, Notarzt und Flugrettungssanitäter, bis sie über den Parkbad Krumpendorf einschweben. Im rund 13 Grad kalten Wörtherseewasser treiben Taucher der Wasserrettung, kältegeschützt durch Neoprenanzüge und "markieren" Opfer eines Badeunfalles. Alles geht blitzschnell.

Während der Pilot den Helikopter so ruhig es geht im Schwebeflug über der Wasseroberfläche hält, lässt der Flugretter eine Seilschlaufe am 20-Meter-Tau zum Verunfallten ab. Der "Schwimmer" schlingt sich die Schlaufe um den Oberkörper, der Pilot hebt den Hubschrauber an und schon geht es Richtung Badebrücke, wo Wasserretter bereits warten, um das "Unfallopfer" aufzunehmen.

"Diese Rettungsmethode kommt aus Amerika. Wir sind die erste Crew in Österreich, welche ab sofort das Rettungsmittel ständig mit an Bord hat", erläutert Michael Umschaden, Chefpilot und Stützpunktleiter. Für Heinz Kernjak, Landessekretär der Kärntner Wasserrettung, ist die Möglichkeit, nach Badeunfällen Personen auch mit dem Helikopter bergen zu können, eine Bereicherung der Rettungskette. Kernjak: "Vor allem im Winter bei Eisläufern, die einbrechen, kann das Bergesystem lebensrettend werden." Ein weiteres Einsatzgebiet sieht Kernjak im Wildwasser nach Kajak- oder Raftingunfällen.

Rettungseinsätze mit Helikoptern über stehenden Gewässern stellen an den Piloten höchste Anforderungen. "Es gibt keine fixen optischen Orientierungspunkte. Durch die Luftverwirbelungen der Rotoren wird mit großem Druck Wasser aufgewirbelt. Saugt der Heckrotor Wasser an, kann es sehr gefährlich werden", so Michael Umschaden.

Für Rudi Beschliesser, Einsatzleiter der Wasserrettung Krumpendorf, ist die Kooperation mit anderen Rettungsorganisationen eine Grundsäule erfolgreicher Hilfeleistung im Ernstfall. "Wir stehen jederzeit für weitere Trainings zur Verfügung."

 

 

Video der Wasserberge-Übung